Problematik
Wer zum ersten Mal Intrusion Detection Systeme aufgebaut hat, wird in der Regel von
der Anzahl der Event überschüttet. Es ist nahezu unmöglich, aus der Menge an Ereignissen
die wirklich sicherheitsrelevanten Meldungen zu erkennen. Dazu bedarf es Auswertungsmechanismen, die
in einer sog. Normalisierungsphase angepasst werden müssen. Während dieser Phase soll festgestellt
werden, welche Ereignisse normal und erlaubt sind und welche Ereignisse False Positives sind.
Die Auswertung muß in der Lage sein, Events zu korrelieren und zu einem übergeordneten
Event zusammenzufassen. Die Umsetzung dieser Anforderung wird insbesondere bei
Verwendung mehrerer Event-Quellen von Systemen unterschiedlicher Hersteller zur
anspruchsvollen Aufgabe. Nehmen wir als Beispiel einen Angriff aus dem Intranet
einer Firma.
Ein frustrierter Mitarbeiter versucht, den Webserver der Personalabteilung anzugreifen.
Er erhofft sich dadurch Zugang zum verbundenen Datenbanksystem.
Nehmen wir weiter an, dass der Webserver in einem durch eine Firewall geschützten
Netzsegment platztiert ist. Ein der Firewall nachgelagerter NIDS-Sensor sowie
ein auf dem Webserver installierter HIDS-Sensor sollen für eine
umfassende Einbruchserkennung sorgen.
Der Angreifer versucht mit Hilfe eines speziell forumlierten HTTP Aufrufs,
eine bekannte Schwachstelle des Webservers auszunutzen. Je nach Firewall-Typ und Konfiguration wird bereits die
Firewall einen Logeintrag zu diesem Aufruf erzeugen. Der nachgelagerte NIDS-Sensor, als auch der HIDS-Sensor melden
ebenfalls einen Einbruchsversuch. Im überwachten Log des Webservers wird ebenfalls ein Eintrag erzeugt, der durch
ein Auswertungssystem ebenfalls einen Alarm erzeugen wird. Je nach Webserver und Konfiguration kommt es sogar noch zu
einem Eintrag in das Log des Betriebssystems. Es ergeben sich aus diesem Angriff bereits 4-5 Alarme, die durch ein
Korrelierungs-System zu einem Event zusammengefasst werden.
Ist der HTTP Aufruf lediglich Bestandteil eines Scans mit einem Security-Scanner,
sollte das Auswertungssystem in der Lage sein, die Events aggregieren und einen
neuen übergeordneten Event zu generieren. Der Event sollte anhand von Einstellungen
priorisiert werden. Hat das System erkannt, dass die Angriffe keine Auswirkung auf das Zielsystem hatten, erfolgt eine
niedrigere Priorisierung als wenn der Angriff erfolgreich war.
In jüngster Zeit versuchen einige Anbieter diesen Anforderungen gerecht zu werden. Dem Käufer solcher
Systeme sollte jedoch klar sein, dass die Einführung solcher Systeme sowohl kostspielig als auch zeitaufwändig
ist. Trotz ausgeklügelter Technik wird es jedoch immer zu Alarmen kommen, die durch ein Security Team ausgewertet
werden müssen und sich letztlich als False Positive herausstellen. Diese Aufgabe wird zunehmend durch externe
Dienstleister erbracht, die in einer Alarmzentrale die Bearbeitung von Alarmen übernehmen.